Angedacht im November

Rummelsberger Herzschläge – Ein Friedenszeichen
Von der Künstlerin Meide Büdel steht in Rummelsberg ein neues Kunstwerk. Eine Glasstele aus sieben mannshohen Glasscheiben, als Gegenpart zum Gedenkmal der im 1. Weltkrieg Gefallenen. Jede trägt die EKG-Herzfrequenzlinien eines Menschen. Dicht hintereinander sind die Glasscheiben montiert, so dass sich ein bewegtes Muster aus den verschiedenen Herzrhythmen ergibt. Folgerichtig heißt das Denkmal „Herzschlag von Rummelsberg“.

„Sie gaben ihr Leben hin fürs Vaterland“ und „Siehe, wir preisen, selig, die erduldet haben“ Jak.5, 11 Diese Worte stehen auf dem Kriegerdenkmal für die Gefallenen. Anfang des 20. Jahrhunderts war das Bewusstsein im Deutschen Reich nationalistisch. Gefallen fürs Vaterland, dies war eine Heldentat und Ehre. Inzwischen, so dachte ich, haben wir begriffen, dass dies keine erstrebenswerte Tugend ist. Wenn wir am Volkstrauertag, Totensonntag unserer Toten gedenken, dann geht es um Trauer und um das Leben der Lebenden. Es geht darum, dass wir klug werden fürs Leben aus der Erkenntnis, dass dieses endlich ist.

Die Rummelsberger haben dem Symbol des Todes Lebenszeichen entgegengesetzt: Herzschläge von 7 Menschen aufgezeichnet in 7 Glasstelen als Zeichen für das Leben. Als Zeichen gegen den sinnlosen Tod, als Zeichen der Gastfreundschaft, als Zeichen für Heilung , als Zeichen den Durstigen und Hungrigen das Lebensnotwendige zu geben und die in sich gefangenen Menschen zu befreien.

Die Nahaufnahme oben mit den Regentropfen nenne ich seit heute

„Die Tränen von Halle“

Wahrscheinlich ist dies schon wieder von anderen Nachrichten überholt, wenn Sie diese Zeilen lesen. Und dennoch, wer meint die Phase unserer Geschichte, in der Millionen von Juden ermordet wurden als „Vogelschiss“ zu bezeichnen und damit Menschenverachtung wieder Tür und Tor öffnet, dem mag ich einfach sagen: Du lästerst Gott! Dafür gibt es keine Entschuldigung und auch keinerlei Rechtfertigung!

Günter Tischer

Pfarrerin oder Pfarrer werden

Es gibt Berufe, die sind immer nachgefragt: Arzt, Feuerwehrmann oder Lehrer. Der Beruf eines Pfarrers oder einer Pfarrerin ist dagegen ziemlich out. Das scheint junge Menschen kaum anzusprechen.

Gründe gibt es genug dafür, auch wenn nicht immer alles stimmt, was so gedacht und gesprochen wird. Gibt es aber auch Gründe, die für diesen Beruf sprechen?

Das Aufgabenfeld eines Pfarrers hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert, so wie sich das Leben der Menschen insgesamt verändert hat. Eines ist aber geblieben: der persönliche Kontakt. Das ist das wichtigste. Die Begegnung von Mensch zu Mensch - auf Augenhöhe - in Respekt und Achtung.

Dazu kommt die besondere Situation. Denn es geht beim Pfarrer nicht selten um sehr entscheidende Momente: Der Beginn eines neue Lebens oder auch dessen Ende. Geburt und Tod, Anfang und Ende, damit hat man sehr viel zu tun. Und schließlich geht es um den Glauben, den eigenen wie den von anderen. Es ist eine dauernde Auseinandersetzung, ein sich immer neu fragen, immer neu Antworten versuchen, immer neu in Gemeinschaft treten und miteinander feiern.

Der Beruf des Pfarrer ist was für Spezialisten, die alles versuchen wollen. Es ist einer der letzten Berufe, der sich mit dem Alltag von Menschen beschäftig und dabei keine Ab- oder Ausgrenzungen vornimmt. In diesem Beruf ist immer alles möglich, sogar das Unmögliche. Wer gerne Achterbahn fährt, der ist hier richtig!

© Pfarrer Bernhard Winkler

Infos zu Ausbildung und Beruf erhalten Sie im Pfarramt oder unter
http://www.studienbegleitung-elkb.de

Die Bibel im Alltag
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