Angedacht im August/September

Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.
Mt 10,7 (E)

„Geht aber und verkündigt: Nahe gekommen ist das Himmelreich. Kranke macht gesund, Tote weckt auf, Aussätzige macht rein, Dämonen treibt aus. Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben. Füllt nicht Münzen in eure Gürtel.
Nehmt keinen Sack mit auf den Weg, kein zweites Kleid, keine Schuhe, keinen Stab. Wenn ihr aber in das Haus eintretet, so grüsst es. (aus Matthäus 10, 7 ff)


Bei uns, dass ist klar, lebt man in der Kirche nicht nach Jesu Anweisungen. Wir leben nicht mehr in dieser Zeit! So geht das nicht! So entschuldigen wir uns schon für das, was Jesus hier fordert. Aber er fordert uns auch auf, offen für Wanderer und Menschen zu sein, die an unsere Tür klopfen.

Ich komme gerade vom Jakobsweg. Ich war unterwegs mit Rummelsberger Brüdern vom tschechischen Ort Vseruby bis nach Regensburg. Nun, ich hatte ein zweites Paar Schuhe dabei, Geld im Beutel, auch Wechselkleidung und zu guter Letzt einen Stab. Das einzige was ich von den Anweisungen Jesu erfüllt habe: Ich habe die Menschen gegrüßt, wenn ich in ein Haus eingetreten bin. Wir bekamen diesen Gruß auf vielfältige Weise zurück. Vom Bürgermeister der Gemeinde Vseruby, der uns einen Stein mit auf dem Weg gab zum Weitergeben und Gruß an Menschen, denen wir begegnen oder ihn einfach mit eigenen Sorgen am Schluss des Weges abzulegen Dieser Gruß war kostenlos und die Begegnung kostenfrei und doch wurde uns der Beutel gefüllt! Wir sind vielen Menschen und deren Geschichten begegnet! Wir konnten die kranke Tochter der gastfreundlichen Wirtsleute nicht heilen, aber wir hatten die Zeit zu hören und zu trösten –immerhin.

Und uns war das Himmelreich nahe in den Menschen und deren Geschichten und natürlich auch in der herrlichen Natur des Bayerischen Waldes. „Buen Camino!“ wünsche ich Ihnen allen in den Sommerferien einen guten gesegneten Weg sei es irgendwo auf dieser Welt, sei es zu Hause.

Günter Tischer

Pfarrerin oder Pfarrer werden

Es gibt Berufe, die sind immer nachgefragt: Arzt, Feuerwehrmann oder Lehrer. Der Beruf eines Pfarrers oder einer Pfarrerin ist dagegen ziemlich out. Das scheint junge Menschen kaum anzusprechen.

Gründe gibt es genug dafür, auch wenn nicht immer alles stimmt, was so gedacht und gesprochen wird. Gibt es aber auch Gründe, die für diesen Beruf sprechen?

Das Aufgabenfeld eines Pfarrers hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert, so wie sich das Leben der Menschen insgesamt verändert hat. Eines ist aber geblieben: der persönliche Kontakt. Das ist das wichtigste. Die Begegnung von Mensch zu Mensch - auf Augenhöhe - in Respekt und Achtung.

Dazu kommt die besondere Situation. Denn es geht beim Pfarrer nicht selten um sehr entscheidende Momente: Der Beginn eines neue Lebens oder auch dessen Ende. Geburt und Tod, Anfang und Ende, damit hat man sehr viel zu tun. Und schließlich geht es um den Glauben, den eigenen wie den von anderen. Es ist eine dauernde Auseinandersetzung, ein sich immer neu fragen, immer neu Antworten versuchen, immer neu in Gemeinschaft treten und miteinander feiern.

Der Beruf des Pfarrer ist was für Spezialisten, die alles versuchen wollen. Es ist einer der letzten Berufe, der sich mit dem Alltag von Menschen beschäftig und dabei keine Ab- oder Ausgrenzungen vornimmt. In diesem Beruf ist immer alles möglich, sogar das Unmögliche. Wer gerne Achterbahn fährt, der ist hier richtig!

© Pfarrer Bernhard Winkler

Infos zu Ausbildung und Beruf erhalten Sie im Pfarramt oder unter
http://www.studienbegleitung-elkb.de

Die Bibel im Alltag
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