Angedacht im Februar

„Nahe an Gott – Nahe am Menschen.“ Kennen sie die Nordlichtkathedrale in Alta? Das ist ein ganz moderner Kirchenbau aus dem Anfang der 2000 Jahre. Die Kirche steht in Norwegen, genauer gesagt in Nord-Norwegen, da wo die Tage mal ganz lang und dann wieder ganz kurz sind.

Diese Kathedrale ist ein wirklich einmaliger Bau: Sie hat die Form einer Schnecke, die sich nach innen eindreht und in der Mitte einen Turm bildet. Innen drinnen ist alles in geschwungenen Formen gehalten. Bögen und Rundungen fließen ineinander. Der Altar ist relativ klein, dahinter ist ein großes Kreuz mit einem Jesus, der den Kopf in den Nacken gelegt hat und in den Himmel blickt. An den Wänden sind unzählige senkrechte Lichtleisten angebracht. Alles an dieser Kirche ist in irgendeiner Form nach oben gewandt. Als Besucher ist man automatisch in diese Bewegung mit hineingenommen. Es hebt einen förmlich empor, als ob es von hier aus nur im Himmel weiter gehen kann.

„Nahe an Gott – Nahe am Menschen. Wir wollen: Gebend – Fürsorgend – Hoffnungsbringend sein.“ Das ist der Leitspruch der Gemeinde, der sich im Eingangsbereich findet. Eine wunderbare Verbindung von Natur und Architektur, Auftrag und Glauben, Licht und Leben.

Das Bild dieser Kirche ist ein Mitbringsel aus dem Urlaub. Es hat sich eingeprägt, weil es ein positives Bild ist, voller Kraft und voller Hoffnung. Kirche kann mehr sein als nur der Abgesang auf vergangene Zeiten, mehr als nur das Bedauern über die Veränderungen, mehr als der Streit um die richtige Ausrichtung.

Vielleicht hat sich das Bild auch deshalb in Erinnerung gehalten, weil es sehr gut zu unserer Kirche in Burgthann passt. Zumindest unser Altarbild hat eine ähnliche Wirkung: Man wird unweigerlich nach oben geführt, dorthin, wo der auferstandene Christus zu sehen ist. Wer in die Kirche kommt, der blickt nicht nur auf das Jetzt, auf sein Leben oder den Glauben, den er sucht. Wer hierher kommt, der sieht das Ziel, der sieht das Leben, das von Gott kommt.

Und so kann auch der Leitspruch für uns gelten: Nahe an Gott – Nahe am Menschen. Ein gutes Wort für eine Kirchengemeinde, wie ich meine. Es zeigt nämlich, dass wir in einer Beziehung stehen. Es geht weiter – nach oben! Und das passiert durch ihn, unseren Herren.

Freuen Sie sich mit mir, dass die Tage wieder länger werden.

Ihr Pfarrer Bernhard Winkler aus Burgthann

Pfarrerin oder Pfarrer werden

Es gibt Berufe, die sind immer nachgefragt: Arzt, Feuerwehrmann oder Lehrer. Der Beruf eines Pfarrers oder einer Pfarrerin ist dagegen ziemlich out. Das scheint junge Menschen kaum anzusprechen.

Gründe gibt es genug dafür, auch wenn nicht immer alles stimmt, was so gedacht und gesprochen wird. Gibt es aber auch Gründe, die für diesen Beruf sprechen?

Das Aufgabenfeld eines Pfarrers hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert, so wie sich das Leben der Menschen insgesamt verändert hat. Eines ist aber geblieben: der persönliche Kontakt. Das ist das wichtigste. Die Begegnung von Mensch zu Mensch - auf Augenhöhe - in Respekt und Achtung.

Dazu kommt die besondere Situation. Denn es geht beim Pfarrer nicht selten um sehr entscheidende Momente: Der Beginn eines neue Lebens oder auch dessen Ende. Geburt und Tod, Anfang und Ende, damit hat man sehr viel zu tun. Und schließlich geht es um den Glauben, den eigenen wie den von anderen. Es ist eine dauernde Auseinandersetzung, ein sich immer neu fragen, immer neu Antworten versuchen, immer neu in Gemeinschaft treten und miteinander feiern.

Der Beruf des Pfarrer ist was für Spezialisten, die alles versuchen wollen. Es ist einer der letzten Berufe, der sich mit dem Alltag von Menschen beschäftig und dabei keine Ab- oder Ausgrenzungen vornimmt. In diesem Beruf ist immer alles möglich, sogar das Unmögliche. Wer gerne Achterbahn fährt, der ist hier richtig!

© Pfarrer Bernhard Winkler

Infos zu Ausbildung und Beruf erhalten Sie im Pfarramt oder unter
http://www.studienbegleitung-elkb.de

Die Bibel im Alltag
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