Angedacht im Mai

Lass dich nicht vom Bösen überwinden  – sondern überwinde das Böse mit Gutem.
Römer 12,21

Der Teufel hat einen Plan: Er will Gott als gescheitert entlarven. Denn dieser Gott ist doch nur ein Schön-Wetter-Phänomen. Solange die Menschen alles haben, was sie brauchen, solange der Bauch dick und rund ist, da sind sie gerne zu Opfern auf dem Altar der Heiligkeit bereit. Aber wehe es läuft nicht. Dann kommt der Ärger, dann haben sie die Nase voll. Und dann ist es aus mit dem Glauben.

Gott ist tot – so fängt das Buch Hiob an. Der Teufel macht die Wette, und Gott muss mitmachen. Sonst hat der Teufel recht. Er, der Allmächtige, werde von den Menschen nur verehrt, weil und wenn es ihnen gut geht. Gott ist tot? Hiob muss es richten. Hiob, der reiche Sippenchef, wird zur Probe aufs Exempel. Der Teufel nimmt ihm alles, nur das nackte Leben bleibt. Und dann geht der Kampf los. Haste was, biste was … Hiob ist nichts und will nichts. Auch von Gott will er nichts – mehr – wissen. „Lass mich sterben!“

Hiob stirbt nicht – und auch Gott bleibt am Leben. Weil Gott das Herz des Hiob noch einmal gewinnt. Ein langer, ein mühevoller Weg. Viele Zweifel und Fragen stehen im Weg. Aber am Ende siegt Gottes Herrlichkeit – zu sehen in der Natur und in den Wunder, die darin verborgen sind. Hiob behält seinen Glauben – und der Teufel verliert. Die selbe Geschichte wiederholt sich dann an Karfreitag. Wieder ist Gott ganz in der Hand eines Menschen. Es ist Jesus, sein Sohn. Er entscheidet, ob Gott mit der Liebe siegt oder der Teufel mit der Logik der Gewalt. Wir wissen: Die Liebe gewinnt. Jesus gibt seinen Geist in die Hände des Vaters. Damit hat Gott in dem einen Menschen das Böse überwunden.

Etwas unfreiwillig hat das der Künstler auf dem Bild dargestellt: Charmel Rössel, Konfirmand unserer Gemeinde, hat den Comic gezeichnet. Die bösen Geister sehen gruselig und lustig zugleich aus. Und das passt zum Teufel. Was aber dem Künstler selber gar nicht aufgefallen war: Hinter den Fratzen ist ein großes rotes Herz. Instinktiv hat es sich in das Bild geschlichen. Aber gerade so symbolisiert es die Heilstat Gottes:

Lass dich nicht vom Bösen überwinden  – sondern überwinde das Böse mit Gutem.
Römer 12,21


Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen Ihr
Pfarrer Bernhard Winkler

Pfarrerin oder Pfarrer werden

Es gibt Berufe, die sind immer nachgefragt: Arzt, Feuerwehrmann oder Lehrer. Der Beruf eines Pfarrers oder einer Pfarrerin ist dagegen ziemlich out. Das scheint junge Menschen kaum anzusprechen.

Gründe gibt es genug dafür, auch wenn nicht immer alles stimmt, was so gedacht und gesprochen wird. Gibt es aber auch Gründe, die für diesen Beruf sprechen?

Das Aufgabenfeld eines Pfarrers hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert, so wie sich das Leben der Menschen insgesamt verändert hat. Eines ist aber geblieben: der persönliche Kontakt. Das ist das wichtigste. Die Begegnung von Mensch zu Mensch - auf Augenhöhe - in Respekt und Achtung.

Dazu kommt die besondere Situation. Denn es geht beim Pfarrer nicht selten um sehr entscheidende Momente: Der Beginn eines neue Lebens oder auch dessen Ende. Geburt und Tod, Anfang und Ende, damit hat man sehr viel zu tun. Und schließlich geht es um den Glauben, den eigenen wie den von anderen. Es ist eine dauernde Auseinandersetzung, ein sich immer neu fragen, immer neu Antworten versuchen, immer neu in Gemeinschaft treten und miteinander feiern.

Der Beruf des Pfarrer ist was für Spezialisten, die alles versuchen wollen. Es ist einer der letzten Berufe, der sich mit dem Alltag von Menschen beschäftig und dabei keine Ab- oder Ausgrenzungen vornimmt. In diesem Beruf ist immer alles möglich, sogar das Unmögliche. Wer gerne Achterbahn fährt, der ist hier richtig!

© Pfarrer Bernhard Winkler

Infos zu Ausbildung und Beruf erhalten Sie im Pfarramt oder unter
http://www.studienbegleitung-elkb.de

Die Bibel im Alltag