Angedacht im Januar

Jahreslosung 2020
Ich glaube, hilf meinem Unglauben!
Markus 9,24
Das Titelbild aus der Kapelle des Exerzitienhauses in Leitershofen zeigt den Gekreuzigten im schon österlichen Licht und den Auferstandenen, der die segnenden Hände mit den Wundmalen uns entgegenhält. Eine unglaubliche Geschichte, die wir da sehen. Am dritten Tage auferstanden von den Toten? Glaube ich das wirklich? Oder müsste ich wie Thomas fragen: „Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und sie berühre, kann ich es nicht glauben.“

„Was kann ich denn noch glauben?“
Diese Frage, in die Welt gerufen, können wir ganz gut nachvollziehen. Da werden uns auf allen Kanälen Nachrichten in Echtzeit aus der ganzen Welt serviert. Aber dann die Erkenntnis: Ist das alles so einfach zu glauben. Ist das alles echt? Oder werden wir da nicht hinters Licht geführt? Das Wahre vom Unwahren zu unterscheiden, sich seine eigene Meinung bilden, diese vielleicht auch in Frage stellen zu lassen, das macht richtig Mühe. Da ist es einfacher zu glauben: die Flüchtlinge, die Juden, die Muslime, die Frommen, die Gutmenschen, die Kanzlerin, die besonders ! und die Sonne, auch die ist richtig schuldig und der Papst natürlich, ja und unseren Bischof nicht zu vergessen … Und deshalb bin ich nur konsequent, wenn ich aus der Kirche austrete und die wähle, die das Gleiche glauben wie ich.

Aber vielleicht könnte ich es auch mal mit den Satz versuchen:

„Was kann ich dennoch glauben?“
Was könnte es geben, wenn ich das Wörtchen dennoch mal zusammenschreibe? Was könnte es zu alledem geben, was mich am Leben schier verzweifeln lässt. Mancher Zweifel lässt sich nicht beschönigen. Wenn jemand verzweifelt ist, dass ihm jeglicher Glauben abhanden kommt, dann sind Sorgen nun mal Sorgen. Was wäre dann eine echte Alternative für das Leben? Ganz sicher gibt es nicht die einfachen Antworten. Etwas Mühe muss ich mir da schon machen. Eine Möglichkeit wäre, meine Sympathie für den Menschen mir gegenüber zuzulassen. Und das meint nicht: Du bist mir so sympathisch, mit Dir verbringe ich gerne meine Zeit. Das heißt vor allem: Mit-Leid als wörtliche Übersetzung von Sym -pathie Mit dir kann ich mitfühlen! Dieses achtsame Mitfühlen wünsche ich Ihnen allen für das kommende Jahr!

Günter Tischer

Pfarrerin oder Pfarrer werden

Es gibt Berufe, die sind immer nachgefragt: Arzt, Feuerwehrmann oder Lehrer. Der Beruf eines Pfarrers oder einer Pfarrerin ist dagegen ziemlich out. Das scheint junge Menschen kaum anzusprechen.

Gründe gibt es genug dafür, auch wenn nicht immer alles stimmt, was so gedacht und gesprochen wird. Gibt es aber auch Gründe, die für diesen Beruf sprechen?

Das Aufgabenfeld eines Pfarrers hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert, so wie sich das Leben der Menschen insgesamt verändert hat. Eines ist aber geblieben: der persönliche Kontakt. Das ist das wichtigste. Die Begegnung von Mensch zu Mensch - auf Augenhöhe - in Respekt und Achtung.

Dazu kommt die besondere Situation. Denn es geht beim Pfarrer nicht selten um sehr entscheidende Momente: Der Beginn eines neue Lebens oder auch dessen Ende. Geburt und Tod, Anfang und Ende, damit hat man sehr viel zu tun. Und schließlich geht es um den Glauben, den eigenen wie den von anderen. Es ist eine dauernde Auseinandersetzung, ein sich immer neu fragen, immer neu Antworten versuchen, immer neu in Gemeinschaft treten und miteinander feiern.

Der Beruf des Pfarrer ist was für Spezialisten, die alles versuchen wollen. Es ist einer der letzten Berufe, der sich mit dem Alltag von Menschen beschäftig und dabei keine Ab- oder Ausgrenzungen vornimmt. In diesem Beruf ist immer alles möglich, sogar das Unmögliche. Wer gerne Achterbahn fährt, der ist hier richtig!

© Pfarrer Bernhard Winkler

Infos zu Ausbildung und Beruf erhalten Sie im Pfarramt oder unter
http://www.studienbegleitung-elkb.de

Die Bibel im Alltag
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