Angedacht im November

Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.
Psalm 51


„Gmäeß eneir Sutide eneir elgnihcesn Uvinisterät ist es nchit witihcg, in wlecehr Rneflogheie die Bstachuebn in eneim Wrot snid, das ezniige, was wcthiig ist, ist, dass der estre und der leztte Bstabchue an der ritihcegn Pstoiion snid. Der Rset knan ein ttoaelr Bsinöldn sien, tedztorm knan man ihn onhe Pemoblre lseen. Das ist so, wiel wir nciht jeedn Bstachuebn enzelin leesn, snderon das Wrot als gseatems.“

Buchstabensalat – oder einfach nur etwas falsch geschriebene Worte? Es ist tatsächlich so, dass man diesen Text verstehen kann, auch wenn die einzelnen Buchstaben ziemlich wild durcheinander sind. Unser Gehirn kann automatisch ordnen, was eigentlich aus der Ordnung geraten ist.

Wie schade, dass uns das in anderen Dingen nicht immer gelingt. Wenn nämlich unser Leben aus der Reihenfolge kommt, wenn wir durcheinander sind. Zum Beispiel weil wir mit den Anforderungen nicht mitkommen. Weil unsere Kinder so ganz anders sind, als wir das wünschen. Weil der Job uns durch den Wind schießt. Weil das Geld immer knapper wird, nur all die Dinge, die zu bezahlen sind, leider nicht.

Chaos im Kopf, Chaos im Herzen – wer hat da den Durchblick?

Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.

Der Beter des 51. Psalms ist auf der Suche. Er will sein Leben in Ordnung bringen, aber er merkt, dass das - weiß Gott - nicht einfach ist. So vieles gibt es, das aufgeräumt werden muss, so vieles hat sich abgelagert. Da sind die Buchstaben durcheinander, die Wörter haben keinen Sinn. Wie bei einem Demenzerkrankten, der beim Schreiben die Worte nicht mehr hinbekommt. Aber so kann das nicht bleiben. Das Leben ist zu kurz, zu wertvoll und vor allem zu liebenswert, als dass man es einfach dahin rauschen ließe. Es braucht Struktur, Verlässlichkeit, und vor allem: Es braucht ein Ziel.

Das alles fängt in mir innen drinnen an. Mein Geist, mein Verstand, und mein Herz müssen wieder in die richtig Reihenfolge finden. Dazu soll mir Gott helfen. Und dazu habe ich diese sagenhafte Begabung: Aus dem, was da eigentlich völlig durcheinander steht, lässt es sich leicht herauslesen. Auch aus meinen Herzen kann ich lesen, selbst wenn es durcheinander ist. Aus meinem Geist kann was ganz Klares und Gutes kommen, auch wenn er nicht immer so frisch ist. So hilft mir Gott in den entscheidenden Momenten meines Lebens. Er bringt mich zurecht. Aus dem Buchstabensalat wird eine sättigende Mahlzeit.

Gtetos Sgeen und enie söhnce Ziet,
Ihr Prrfaer Winkler

Die Bibel im Alltag